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Blogskeptisch

Blogskeptisch

Nachdem ich mich nun selber mit freiem Wordpress und Blogger versucht habe, bin ich mehr denn je davon überzeugt, dass Blogs an ihrem uniformen Outfit leiden. Einer sieht aus wie der andere, immer das gleiche Schema. Man kann sich dann und wann ein neues Theme herunterladen, hat aber keinerlei individuelle Gestaltungsmöglichkeiten oder nur im vorgegebenen Rahmen. Blogs sind nichts für mich, es lebe die freie Gestaltungsmöglichkeiten in der Mediawelt. Schwer tue ich mich auch mit der Blogarchivierung. Manchmal findet man auch Ansprechendes, zum Beispiel einen der besten deutschsprachigen Osteuropablogs Krusenstern von Jürg Vollmer aus der Schweiz.

Posted: 2007-04-08 17:41 und publiziert 2007 hier
Gerald Himmelein & c't
Blogomania Zitat Beginn
...Filmrezensionen. Die Blogosphere ist voll mit faden Filmrezensionen. Die meisten sagen nur aus: "Ich fand den Film so und so, seht ihn euch an oder nicht." Der Leser muss dann entscheiden, ob der Autor der Rezension ein Hansele ist oder vertrauenswürdig. Dafür gibt es Filmkritiker. Artikel, deren Autor sich Dinge von der Seele schreibt, die niemanden interessieren. Da geht's dann über quälende Absätze hinweg um die Konsistenz des heutigen Stuhlgang oder weshalb alle Blogs -- bis auf das eigene -- Scheiße sind. Für sowas gibt es Tagebücher und /dev/nul/. "Guckt mal, welchen lustigen Link ich heute gefunden habe" Postings. Jeder kann surfen. Und wenn mir Kollege Beißmichdoch eine E-Mail schickt mit einem Link -- "Unbedingt besuchen", dann mache ich das doch auch nur, wenn ich andernfalls einen Artikel pünktlich abliefern müsste.
Das Schlimmste daran: Ich weiß es eigentlich besser. Ich weiß, dass niemanden interessiert, was ich von Filmen halte oder was ich lustiges angesurft habe. Und dennoch: Kaum habe ich eine komfortable Form des Web Publishings entdeckt, produziere ich verbalen Dünnpfiff. Was mich besonders beunruhigt: Das passiert selbst hochintelligenten Leuten. Blogs sind etwas ganz, ganz Schlimmes. Blogger finden sich wichtig. Das ist ja ganz was Neues.
Um es zum xten Mal zum Ausdruck zu bringen: Gute Blogs sind diejenigen, die harte Informationen bieten. (Und selbst diese menscheln mir zu oft. Ein Beispiel ist Raymond Chen.) So gesehen, ist selbst Slashdot ein Blog. Die meisten Blogs begnügen sich aber mit dem müßigen Kommentieren von Berichten anderer. "Guck mal was ich heute gelesen habe und was ich davon halte." Die vielbeschworene Blogosphere ist eine Seifenblase, die mit obskuren, nicht selbsterklärenden Slang-Ausdrücken operiert (Blogroll, Trackback, Permalink... ersteres ist wie eine Eggroll was zum Essen, Trackbacks haben irgendwas mit Spuren zu tun und Permalinks sind Dauerwellen.) Einige Blogs haben auch den Vorteil, dass sie ihre Urheber demaskieren. So hielt ich beispielsweise Phil Greenspun einst für ein ziemliches Genie. Liest man sein Blog, wird schnell klar, dass dem nicht so ist. Nicht, dass er nicht intelligent wäre -- aber er scheut auch nicht davor zurück, uninformierte Kommentare abzugeben...
Zitat Ende Dem ist nichts hinzuzufügen. Himmelein schrieb dieses schon 2003.
Lesenswert auch Whitney Pastorek's essay "Blogging off"