Blomenburg Selent - Chronologie 1998 - 2007

Blomenburg Selent

Wenn der letzte Wald gerodet....


Blomenburg Selent Chronologie 1998 - 2007/8


Die Blomenburg (Ver)Planung: Ein Lehrstück über die Macht der Investoren
Naturlandschaft wird Industriebrache
Chronologie wird fortgesetzt...
Dec 29, 2007 by Author

Die Akteure: Land Schleswig-Holstein Simonis (Gärtner), Müller Hartmann Gruppe Rendsburg | Betreibergesellschaft Kreis Plön | Landrat Gebel Gemeinde Selent

Warnende Stimmen 2001 und Fotos | via Nabu SH
Bitte etwas Geduld, pdf-Datei ist 1.04 Mb, aber es lohnt sich... Jeder andere Grundbesitzer wäre sofort zur Tür hinaus gewiesen worden, wenn er derart landschaftlich wertvolles Gelände als Bauland hätte ausweisen lassen wollen – aber Dieter Hartmann wird von allen Seiten hofiert, kritischen Fachbehörden wird dagegen Schweigen verordnet. Wie ist so etwas möglich?



Verbaut und versiegelt? Wiesen und Wald, Feuchtgebiete und Trockenbiotope, Kuppen und Senken, dazu die wohl größte Obstwiese des Kreises Plön prägen das 67 ha umfassende Blomenburg–Gelände bei Selent im Kreis Plön. Das um das ehemalige Jagdschloss des Grafen Blome gelegene, z. T. unter Denkmalschutz stehende Areal ist in seiner Strukturvielfalt nicht nur aus naturschutzpolitischer Sicht, sondern auch unter landschaftsästhetischen Aspekten unbedingt erhaltenswert. Abendsegler und Rauhhautfledermaus, Wachtel und Neuntöter, Grünspecht und Baumfalke, Ringelnatter und Moorfrosch finden hier – noch – ihren Lebensraum. Das Gelände befand sich bis 1996 im Landeseigentum und wurde dann an die Hartmann– GmbH veräußert. Die hat damit nun nichts Besseres vor, als jede verfügbare Fläche in Bauland umzuwandeln. Mit 250 Wohneinheiten soll der »Blomenburg–Park« überzogen werden. Der die Mitte des Geländes bildende Wald wird dann ringsum von Baugebieten eingeschlossen sein. Für Wohnhäuser sollen selbst Teile des Altwaldbestandes gerodet, ein Quellhang und eine mehrere Hektar große Trockenbrache mitsamt ihren Trockenrasenelementen versiegelt, 10–15 Jahre alte Aufforstungsflächen, Extensivweiden und eine Obstwiese überbaut werden. Dass die Flächen sämtlich fern der Ortschaft und damit im nach dem Baugesetzbuch freizuhaltenden Außenbereich liegen, berührt ihn nicht; schließlich lässt sich die idyllische Lage gut vermarkten. Diese absurde Planung wäre sicherlich schon in sich zusammengefallen – wenn nicht Gemeinde, Landrat und Landesregierung das Projekt massiv unterstützen würden. Dass dem Vorhaben nicht nur gravierende fachliche Vorbehalte, sondern auch etliche Bestimmungen des Naturschutz–, Forst–, Denkmalschutz– und Baurechts konzentriert entgegen stehen, stört dabei nicht – man wird ja wohl mal eine Ausnahme machen können …
In einer Zeit, in der ökologisch wertvolle Flächen knapp geworden sind und öffentliche Mittel kaum zur Verfügung stehen, sollte man eigentlich sicher sein können, dass mit Beidem äußerst sparsam umgegangen wird. Nicht so im Kreis Plön in der Gemeinde Selent. Land und Kreis opfern wertvolle, naturschutzwürdige Flächen, widmen diese kurzerhand zu Bauerwartungsland um, legen noch ca. 10 Millionen »Investitionszuschuss« oben drauf und ignorieren qualifizierte Gutachterstimmen, die vor der Verwirklichung des Projektes warnen.
Das Blomenburg–Areal 2000… und die Bebauungskonzeption In einer Zeit, in der ökologisch wertvolle Flächen knapp geworden sind und öffentliche Mittel kaum zur Verfügung stehen, sollte man eigentlich sicher sein können, dass mit Beidem äußerst sparsam umgegangen wird. Nicht so im Kreis Plön in der Gemeinde Selent. Land und Kreis opfern wertvolle, naturschutzwürdige Flächen, widmen diese kurzerhand zu Bauerwartungsland um, legen noch ca. 10 Millionen »Investitionszuschuss« oben drauf und ignorieren qualifizierte Gutachterstimmen, die vor der Verwirklichung des Projektes warnen.


Zum 1.1.1997 veräußert das Land seine gesamte Liegenschaft für 4,5 Mio. DM an Dieter Hartmann. Treibende Kraft bei den Verkaufsverhandlungen ist der Chef der Staatskanzlei, Klaus Gärtner. Um dem Investor das Areal schmackhaft zu machen, hat Gärtner das Gelände kurzerhand zu »Bauerwartungsland « erklärt, ohne sich allzu viel Gedanken um dessen landschaftliche Wertigkeit zu machen oder die Meinung der Fachbehörden einzuholen. Im Sommer 1999 stellt Hartmann sein Nutzungskonzept vor, das eine Bebauung fast jeder Fläche außerhalb des Waldes vorsieht, ja selbst den Wald nicht verschont. Der Weiterverkauf der ca. 35 auf dem Gelände beginnt,

Blomenburg Venturepark Bürgerinitiative 2000
Bitte lesen... Details und Übersicht über den letztlich erfolglosen Bürgerwiderstand.

Die Abfälle werden überall gelagert, hier auf dem Bild z. B. im Bereich eines schutzwürdigen Steilhangs. Trockenheit liebende Tier- und Pflanzarten wurden damit vernichtet.
(via Bürgerinitiative)

Heute, im Jahre 2007, ist das Werk der Naturzerstörung trotz mannigfaltiger Proteste und vieler Warnungen von kompetenter Seite in grossem Umfange vollendet.
Es wurden Wälder gerodet, wertvolle Biotope rücksichtslos zerstört, um Platz zu schaffen für eine Industriebrache.
Die Erwartungen der Betreiber- und Trägergesellschaft, Baugrundstücke in grossem Stil an den Mann zu bringen, haben sich nicht erfüllt.
Der Venturepark als Feigenblatt für die Vermarktung hat sich für die Verantwortlichen zu einem Desaster entwickelt. Zur Jahreswende 2008 scheinen sich erhebliche Konsequenzen für das leitende Personal anzubahnen. Politische Konsequenzen sind bisher nicht zu erkennen,


Wenn der letzte Wald gerodet, wenn der letzte Baum gefällt, wenn der letzte Fisch gegessen, werdet Ihr erkennen, dass man Geld nicht essen kann
Gemeinde Selent
Die Zukunft der Gemeinde Selent liegt in der künftigen Nutzung des Blomenburg-Areals (Stichwort „Venture-Park") und in der Ausweisung eines Gewerbegebietes am Westrand von Selent. Zitat Gemeinde Selent 2002?

Blomenburg Venturepark via Wikipedia
Von 1927-1993 war das Land Schleswig-Holstein Eigentümer der Blomenburg und betrieb hier das Landesjugendheim Selent. Nach der endgültigen Schließung des Heimes 1993 wurde die Blomenburg mit 67 ha. Ländereien zum 01.01.1997 an den Rendsburger Kaufmann Dietmar Hartmann verkauft.
Der mit ca. 8 Millionen Euro von der EU, dem Kreis Plön und der Gemeinde Selent finanzierte Venturepark Blomenburg wurde im August 2006 eingeweiht. Ziel der Einrichtung war die Ansiedlung und Förderung von Unternehmensgründungen aus den Bereichen Bio- und Informationstechnologie.
Mangels Nachfrage wird derzeit eine konzeptionelle Neuausrichtung diskutiert.

Unsere Steuergelder, wohin?
Anhand von Zahlen listet die Kreisverwaltung noch einmal auf, dass über die Vermittlung des rund 20 Millionen Euro Fördergelder in den Kreis Plön geflossen sind, beziehungsweise fließen werden, etwa 11,8 Millionen Euro für das Plöner Schloss, 6,135 Millionen Euro für den Venturepark Blomenburg, 715000 Euro für die Seebrücke Schönberg oder 156000 Euro für die Berufsschulausstattung im Kreis Plön.
via Lübecker Nachrichten 2007


Schachern um die Blomenburg | via Nabu SH

Förderrichtlinien der EU
beim Venturepark Selent
missachtet? | via Kieler Nachrichten 2007



Internettechnologie Flop | nun Erdwärme | via Kieler Nachrichten 2007

Dafür der Venturepark als Feigenblatt 2006 ...(Foto Industriebrache)

Pressemitteilung Bürgerinitiave Blomenburg 2000


Bund der Steuerzahler2004 S.48

Entwicklung des Blomenburg-Venture-Park erweckt Misstrauen
Aus Schwarzbuch Bund der Steuerzahler SH 2004
Selent (Kreis Plön). In dem ländlichen 1.200-Einwohner-Ort Selent, ca. 25 km östlich von Kiel, liegt die Blomenburg in einem reizvollen ca. 67 ha großen Park- und Waldgelände. Das Herrenhaus wurde über Jahrzehnte vom Land Schleswig-Holstein als Kinderheim genutzt. Man war froh, sich zum 1. Januar 1997 für rd. 2,3 Mio. Euro von Haus und Grundstück trennen zu können, um die Unterhaltungsaufwendungen zu sparen. Der Investor begeisterte Gemeinde, Kreis Plön und das Land mit seinem Vorhaben, in der Blomenburg ein Technologie- und Gründerzentrum einrichten zu wollen. Nennenswerte Gewerbebetriebe, wirtschaftsnahe Infrastruktur oder gar Forschungseinrichtungen gibt es zwar weit und breit nicht. Als Standortvorteil sahen die Planer in Selent aber die Möglichkeit, dass sich die Existenzgründer gleich in dem reizvollen Schlosspark in unmittelbarer Nähe ihres neuen Unternehmensstandortes ansiedeln könnten. Dafür wurde die Planung von 200 Wohneinheiten genehmigt. Die Befürworter erwarten sogar, mit dem Projekt mehr als 200 Arbeitsplätze und ca. 700 zusätzliche Einwohner für den Ort Selent gewinnen zu können. Der private Eigentümer selbst hat lediglich 10 Prozent der Gesellschaftsanteile der „Blomenburg-Venture-Park Trägergesellschaft“ gezeichnet. 80 Prozent trägt der Kreis Plön, 10 weitere Prozent die Gemeinde Selent. Für den Umbau des Landschlosses zum Existenzgründerzentrum sollen 8,2 Mio. Euro investiert werden, die zu gut 97 Prozent aus öffentlichen Mitteln stammen. Nur 3 Prozent des Risikos trägt der private Grundeigentümer. Trotz der dringenden Empfehlung des Landesrechnungshofes, in Schleswig-Holstein auf weitere Technologiezentren zu verzichten, genehmigten Land, Kreis und Gemeinde die Fördermi ttel.

Während aber mit der Fertigstellung des Venture-Parks nicht vor Ende 2005 zu rechnen ist, hat die Vermarktung der Grundstücke bereits im August 2003 begonnen. Mit großen Anzeigenaktionen wird nach Käufern von Einfamilienhäusern und Doppelhaushälften gesucht. Der Bund der Steuerzahler hatte bereits vor der Förderung des Venture-Parks gewarnt. Jetzt stellt sich die Frage, ob die Grundstücksverkäufe von der Technologieförderung abgekoppelt werden sollen. Denn der private Investor erzielt bei Vermarktung der Grundstücke ein Vielfaches dessen, was er für den Kauf von Herrenhaus und Grundstück an das Land bezahlt hat. Er könnte es sich dann auch leisten, seine Beteiligung von 10 Prozent an der Trägergesellschaft und von 3 Prozent an den Investitionskosten abzuschreiben. Auch ohne ein funktionierendes Existenzgründerzentrum hätte der Investor ein einträgliches Geschäft gemacht. Möglich gemacht hat das der Steuerzahler.

Bürger fragen die Gemeinde
Selent Nov/Dez 2007


Luftschlösser | via Segeberger Zeitung 2007

Presseartikel von der Blomenburg veröffentlicht
Negatives sucht man natürlich vergebens...

Anfrage eines Bürgers 2008 an Gemeindevertretung Selent | Kreis Plön, Landrat Gebel


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Updated : 28/03/2012






Моим стихам, написанным так рано

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